Urs Knoblauch Ausstellungen


 
Anlässlich "Kunstszene Schwyz 2008"

Urs Knoblauch

Konzeptkunst GENAUER ERFASSEN

Biographie/Ausbildung
Urs Knoblauch, geboren 4.8.1947, lebt im Kanton Thurgau. Gestalterische und künstlerische Ausbildung an der Kunstgewerbeschule/Schule für Gestaltung in Zürich. Berufslehre als Dekorateur im Globus Zürich und Zusatzausbildung im Grafik- und Gestaltungsatelier Leber & Schmid, Zürich. 1970 Mitarbeit am Schweizer Pavillon in Osaka (Japan). 1971 Heirat mit  Lene Räbild-Rasmussen (DK, dipl. Psychologin IAP). Aufbau eines gemeinsamen Gestaltungsateliers, internationale Austellungsprojekte, mehrjährige Berufspraxis in verschiedenen gestalterischen Tätigkeiten (Briefmarken für PTT) und regelmässige persönliche Weiterbildung und Studienreisen in Europa. Pädagogische, psychologische und kulturgeschichtliche Weiterbildung an der Psychologischen Lehr- und Beratungsstelle (Fachliche Leitung: Friedrich Liebling, 1893-1982) u.a. in der Individualpsychologie Alfred Adlers. Gründungsmitglied des Vereins zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis, VPM (Fachliche Leitung: Dr. phil. Annemarie Buchholz-Kaiser, 1939-2014). 1974 Kunststipendium der Stadt Zürich. 1979 Zeichenlehrer-Ausbildung in Zürich mit Diplom für das höhere Lehramt. Bis 2012 Tätigkeit als Hauptlehrer für Zeichnen/Bildnerische Gestaltung (Literargymnasium Rämibühl, Zürich) mit zahlreichen Schüler- und Ausstellungsprojekten (Schul- und Familienbuch „Nahrung, Bildung und Gesundheit für alle“, 2011). Seit den 90er Jahren auch kulturpublizistisch und in der Lehrerweiterbildung tätig (Pestalozzianum Zürich). Seit 1997  zahlreiche Vortragsreihen im Rahmen der Volkshochschule an der Universität Zürich zur Forschung und Aufarbeitung der Thematik „Fotografie und Malerei im Dialog“. Mitglied in der Maturitätskommission des Kanton Schwyz. Beteiligung an zahlreichen Kunstausstellungen.

Zur Konzeptkunst  GENAUER ERFASSEN:
Seit den 70er Jahren entstehen Foto- und Textarbeiten zum Kunstkonzept  GENAUER ERFASSEN und erste Werke mit Raum- und Themenbezogenen Fotoinstallationen und fotografische Bildreihen. Foto- und Bildthemen zu ethischen, sozialen und kulturhistorischen Grundlagen. Bilder zum Frieden, zur UNO-Menschenrechtskonvention, zum IKRK und zur Unesco. Landschaftsmalerei im Dialog mit Fotografie und Literatur. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.

Ausstellungen
1969  "Zürcher Künstler" im Helmhaus Zürich (Katalogbeitrag)
1969  Galerie Annemarie Verna, Zürich, Fotografie und Zeichnungen (Beginn des Kunstkonzepts „Genauer erfassen“, kontinuierliche Weiterentwicklung bis heute)
1970  "Zürcher Künstler" in Berlin
1971  "Zürcher Künstler" in Zürich
1972  Galerie Annemarie Verna, Zürich. Raumbezogene Fotoinstallation
1972  "Art 72", Basel, Galerie Annemarie Verna
1973  Galerie Annemarie Verna, Zürich (Einzelausstellung)
1973  "Art 73", Basel, Galerie Annemarie Verna
1973  Galerie Diagramma, Mailand. Raumbezogene Fotoinstallation,  (Einzelausstellung)
1973  "Zürcher Künstler" in Zürich
1974  Städtische Kunstkammer zum Strauhof, Zürich. Raumbezogene Fotoinstallation und Zeichnungen (Einzelausstellung)
1974  "Art 74", Basel
1974  Reithalle Zürich, Mobiles Museum "Lawinenausstellung". Raumbezogene Fotoinstallation
1974  Kunstmuseum Luzern, Stipendien-Ausstellung, "Zeitgeist 74"
1974  "Zürcher Künstler", Zürich. Fotografien, Fotoreihen. Kunststipendium der Stadt Zürich
1975  Städtische Kunstkammer zum Strauhof, Zürich, "Fotografien"
1975  Schweizer Zeichnung und Grafik der Gegenwart, Spreitenbach/Zürich
1976  Galerie Annemarie Verna, Zürich
1976  Kunsthaus Zürich, "Kunstszene Zürich" (Ausstellungsprojekt als Katalog)
1977  Kunsthaus Zürich, "Malerei und Fotografie im Dialog - von 1840 bis heute" (Katalogbeitrag)
1977  "Kunstszene Zürich", Züspahallen Zürich
1978  "Schweizer Kunst der Gegenwart", Sammlung der Gotthard-Bank, Helmhaus Zürich (Katalogbeitrag)
1978  "Internationaler Realismus heute" (Anlässlich der Courbet-Ausstellung), Kunstverein Hamburg
1979  "Art contemporain Suisse", Collection de la Banque du Gotthard, Musée cantonal des beaux-arts de Lausanne
1979  Städtische Kunstkammer zum Strauhof, Zürich, "Fotografien"
1980  "Jeune photographie zurichoise", Musée des Arts décoratifs, Lausanne
1981  "Junge Schweizer Photographen", Kunsthaus Zürich (und anschliessend internationale Wanderausstellung der "Kulturstiftung Pro Helvetia", Katalogbeitrag)
1982  "Junge Schweizer Photographie", Musée d'art et d'histoire, Genève
1982  Städtische Kunstkammer zum Strauhof, Zürich "Fotografien"
1987  "Rückblende mit Glanzlichtern", Städtische Kunstkammer zum Strauhof, Zürich
1989  "Unikat und Edition - Künstlerbücher in der Schweiz", Helmhaus Zürich
1990  "Unikat und Edition - Künstlerbücher in der Schweiz, Kunstmuseum des Kantons Thurgau
1991  Kunstausstellung zur "700-Jahr-Feier der Schweiz" auf Rigi-Kulm
1993  Union, Forum für Architektur und Kunst, Goldach, Foto-Textarbeit
1993  Gruppenausstellung, Festpiel- und Kongresshaus Bregenz
1994  Schweizer Künstler in Den Haag, Regentenkamer, Den Haag
1994  Weihnachtsausstellung, "U-Passage", Zürich, Foto-Textarbeit
1995  Kantonale Kunstausstellung, "Kunstszene Schwyz". Installation, Bilderfries: „Malerei, Fotografie und Literatur im Dialog: Meinrad Inglin – Die Welt in Ingoldau“
1995  Galeria Gottardo, La Collezione di fotografia svizzera (Katalogbeitrag)
1995  Weihnachtsausstellung, U-Passage im Schoellerareal Zürich, Foto-Textarbeit zu  Edvard Munch
1995/96 "Zürcher Inventar", Kunstszene Zürich, digitale Computer-Kunst-Dokumentation.
1996 Hommage an J. H. Pestalozzi, „Blickrichtung Stans“, Foto-Text-Installation im Rigi-Kulm-Hotel
1996 „Im Kunstlicht - Photographien im 20. Jahrhundert, aus den Sammlungen im Kunsthaus Zürich“
1997 „Hommage an Gottfried Keller“ in der Galerie im Gottfried-Keller-Zentrum in Glattfelden. Texte und Fotoinstallation, Malerei, Farbholzschnitte und Zeichnungen.
1998/99 „Hommage an Giovanni Segantini (1858-1899), Bergbilder und Fotoinstallation im Hotel Pianta, Savognin (wo Segantini einige Jahre lebte)
2000 Einzelausstellung in der Galerie im Gottfried Keller-Zentrum Glattfelden: „Bilder zu Goethes Reisen: Landschaftsmalerei, Fotografie und Literatur im Dialog“, Installation mit Bildern und 12 Vitrinenobjekte (Foto-Text-Malerei)
2002 Installation im Ital-Reding-Haus in Schwyz. 24 Vitrinenobjekte: Fotografie, Malerei und Literatur zu Meinrad Inglins „Schweizer Spiegel“ anlässlich der Ausstellung „Begegnungen“.
2002/2003 Forum der Schweizer Geschichte in Schwyz, 12-teilige Foto-Textarbeit zur UNO-Menschenrechts-Erklärung: „Ein Beitrag für den Frieden in der Welt“
2004 Feldkirch, 3-teilige Foto-Textarbeit zum UNESCO-Kulturbegriff
2005 „Kunst Schwyz“, Rothenthurm, Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ – Wegbereiter für Menschenrechte und Frieden. Fotografie, Malerei, Zeichnung, Objekte und Literatur im Dialog (Installation).
2006 Urs und Lene Knoblauch „Der See verbindet uns“- Kunstausstellung im Schulhaus Salenstein/TG. Aquarelle, Acrylmalerei, Zeichnung, Farbholzschnitt, Fotografie, Text und Skulpturen (Friedenslichter).
2007 Atelierausstellung anlässlich 60. Geburtstag im Atelierhaus Fruthwilen/TG
2007  „Kunst Schwyz“, Rothenthurm, „Die Ethik von der Ehrfurcht vor Leben“ (Albert Schweitzer) Fotografie, Skulpturen, Bilder und Texte (Installation).
2008 Seedamm Kulturzentrum, Pfäffikon/SZ: „Kunstszene Schwyz“ (Kantonale jurierte Gruppenausstellung, Katalog-Beitrag) GENAUER ERFASSEN: „Mehr Frieden in der Welt – 60 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“. Installation vor dem Museum, Kunststoffblache, Textprint 100x300cm und Flugblatt in Holzbox.
2009 Einzelausstellung in der Galerie im Gottfried Keller-Zentrum in Glattfelden/Zürich. GENAUER ERFASSEN: „Die Blumen des Friedens weitergeben“  (Malerei, Fotografie, Objekte, Texte (Textbild-Installation vor Museum) und Installation „Haus der Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und des Friedens I“ Anlässlich der Ausstellung Entstehung eines Atelierfilms zum Kunstkonzept GENAUER ERFASSEN von Urs Knoblauch in Zusammenarbeit mit Axel Grunow.
2009 Einzelausstellung in der Kirche Balgrist in Zürich (Offene Kirche für Kultur und Begegnung)  GENAUER ERFASSEN: „Ein Haus des Friedens – eine Welt ohne Hunger und Krieg. Eine Kunstausstellung zeigt mögliche Wege.“ Kleine Retrospektive der letzen Ausstellungen und Arbeiten. Malerei, Fotografie, Text, Objekte, Textbild-Installation auf  Kirchenfenster und grosse Installation  „Ein Haus des Friedens –eine Welt ohne Hunger und Krieg II“. Rahmenprogramm „Kleine Volkshochschule zum Haus des Friedens“ als Teil der Kunstinstallation mit Abendveranstaltungen mit Film, Vorträgen und  Gästen aus der Entwicklungszusammenarbeit (UNO-Weltagarabericht , Jugend-Rot-Kreuz Zürich, Caritas, DEZA und Helvetas)
2010  Einzelausstellung im Universitätsspital Zürich „Blumen und Gärten des Friedens“  kombiniert mit Schülerarbeiten aus dem Zeichenunterricht (Urs Knoblauch)  des Literagymnasiums Rämibühl  zum Thema der Ausstellung.
2010 Entstehung der Kunstbuchedition (30 Exemplare), 6-teiligen Leporellos „Die Blumen des Friedens weitergeben“ (mehrfarbige Serigrafie mit Text, in der Reihe „Divan“ (Mit Bezug zum „Westöstlichen Divan Goethes“ und Weg des Friedens ohne Krieg) in Zusammenarbeit mit Josef Weiss, Verlag und Herausgeber, Kunstbuchdruck- und Handbuchbinderei-Studio Mendrisio/TI.
2011 Entstehung des Buches „Nahrung, Bildung und Gesundheit für alle“ Wege zu mehr Menschlichkeit, Verantwortung, Allgemeinwohl, sozialer Gerechtigkeit und Frieden – Eine Einführung in Schweizer Demokratie, Staatsbürgerkunde, Volkswirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit, IKRK,UNO und UNESCO“. Die Publikation wurde als Projekt im Rahmen der „UNESCO-assoziierten Schulen“ vom Literaragymnasium Rämibühl in Zürich herausgegeben.  Sie dokumentiert einen Teil des pädagogischen Wirkens und enthält zahlreiche Bezüge zu Themen der künstlerischen Arbeit von Urs Knoblauch. Konzept, Idee und Text: Urs Knoblauch, Bilder aus dem Zeichenunterricht/Bildnerisches Gestalten der Schülerschaft des Literagymnasiums Rämibühl in Zürich.
2012 Gruppenausstellung „Künstler vom Untersee“ im Bahnhof Ermatingen (12.- 29. Januar) GENAUER ERFASSEN: „Der Untersee als neue Heimat vieler Künstler im Exil“, Hommage an Hermann Hesse.
2012 Teilnahme an der Ausstellung „Schwyzweit, aus der Kantonalen Kunstsammlung“ im Zeughaus Schwyz (19.4. – 2.5. 2012) und im ehemaligen Lachener Elektrizitätswerk (10.5- 23.5.2012) mit dem Bild „Hommage an Meinrad Inglin“. Begleitpublikation „Kunst vor Ort – Perspektiven der Schwyzer Kunstsammlung“ (www.kunstsammlungschwyz.ch)
2012 Gruppenausstellung und Lesung in der Mehrzweckhalle Salenstein/TG mit Lene Knoblauch unter dem Motto „Der See verbindet uns“
2013 Einzelausstellung im Kantonsspital Frauenfeld zum „100-Jahr-Jubiläum-Albert Schweitzer-Spital in Lambarene“ unter dem Motto „Die Werte des Friedens stärken“
2014 Aktuelle Sonderausstellung «Land am Rande»; Leben mit dem grossen Krieg von 1914 bis 1918 (www.turmhof-museum.ch)
2015 „Kunst Schwyz“, Brunnen (Ethik und Kultur - Repin und Tolstoi)

Publikationen
Beiträge in verschiedenen Kunstkatalogen, Büchern, Tageszeitungen, Zeitschriften. Malerei und Fotografie im Dialog, Kunsthaus Zürich (1977, Benteli), Photographie in der Schweiz - von 1840 bis heute (Benteli,1992), Kataloge der Kunstsammlung der Gotthard Bank. Künstlerverzeichnis der Schweiz und im Neuen Biografischen Lexikon der Schweizer Kunst (1998).

Werke in Sammlungen
Werke in privaten und öffentlichen Sammlungen, u.a. Schweizerische Stiftung für die Fotografie, Kunsthaus Zürich Grafische Sammlung, Sammlung der Gotthard-Bank, Gottfried-Keller-Zentrum in Glattfelden, Kantonsschule Literargymnasium Rämibühl Zürich, Kunstsammlung des Kanton Schwyz.www.kunstsammlung

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Einen weiteren Überblick über das künstlerische Werk von Urs Knoblauch gibt Ihnen die Fotostiftung Schweiz.

Urs Knoblauch - der Lehrer

Urs Knoblauch lehrte am Literargymnasium Rämibühl in Zürich. Auszüge aus seiner Arbeit mit den Schülern finden Sie im Internetauftritt der Schule. Siehe auch Schul- und Familienbuch "Nahrung, Bildung und Gesundheit für alle".

Literargymnasium Rämibühl

Die Ausstellungen






Zur sehenswerten Kunstausstellung des Thurgauer Künstlers
Urs Knoblauch im Kantonsspital Frauenfeld


pk. Noch bis zum 6. Mai 2016 ist die kleine Retrospektive des in Fruthwilen wirkenden Künstlers Urs Knoblauch im Foyer des Kantonspitals Frauenfeld zu sehen. Es handelt sich um Werke aus den letzten 40 Jahren. Mit seinem Kunstkonzept „Genauer erfassen“ greift der Künstler Werke von bedeutenden Schriftstellern und Persönlichkeiten auf und verbindet Malerei, Fotografie und Texte zu einem spannenden Dialog. Dabei dreht sich alles um das Bild des Menschen, das für den engagierten Künstler mit Eintreten für dessen Würde, überall auf der Welt, verbunden ist. Es stehen farbintensive Berglandschaftsbilder aus der Innerschweiz mit Texten und aktuellen Fotografien zu Gottfried Keller, Meinrad Inglin, J. H. Pestalozzi oder zu J. W. Goethe im Zentrum. So verweist beispielsweise das tiefsinnige Textzitat von J. W. Goethe (1749-1832) „…denn in der Persönlichkeit liegt doch eigentlich der wahre Grund menschlicher Verhältnisse“ auf den Kern von Knoblauchs Konzept hin: dass der Mensch nicht Nummer ist in einem System, sondern Person. Es ist das in allem zum Ausdruck kommende künstlerische Prinzip von Urs Knoblauch, in der Ästhetik immer auch die Ethik bildhaft zusammenzuführen. Besonders eindrücklich ist die Skulpturen-Installation zu Bruder Klaus, welche die Besucher empfängt und auf das staatsmännische Profil des Einsiedlers hinweist, der wiederholt in entscheidenden Momenten ein drohendes Zerwürfnis unter den Eidgenossen verhinderte.
(Bote vom Untersee und Rhein, Dienstag 19. April 2016)

Aktuelle Sonderausstellung «Land am Rande»

Leben mit dem grossen Krieg von 1914 bis 1918





Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier:


www.turmhof-museum.ch

GENAUER ERFASSEN

Kultur, staatsbürgerliche Verantwortung und Friedenssicherung

„Die Schweiz ist ein Land für reife Leute“
Meinrad Inglin, Schweizerspiegel, 1938

Dieses geistig geräumige, ausserordentlich tolerante demokratische Staatswesen ist das denkbar Klügste, was sich eine so gemischte Gesellschaft wie unser Volk im Lauf der Jahrhunderte erschaffen konnte. Ich habe darüber nachgedacht und mich in der Welt umgesehen: es gibt nichts Besseres! (…) Eine anspruchsvolle Situation, der man von Natur aus nicht gewachsen ist! Und ein verletzliches, immer sehr gefährdetes Gebilde, dieser Staat, wie alles hochkultivierte Menschenwerk! Er erträgt keine extremen Lösungen und eignet sich schlecht als Tummelplatz für Unmündige; er ist im Gegenteil auf Mass und Gleichgewicht angewiesen. Die Schweiz ist ein Land für reife Leute.“

Die hier ausgestellte 20-teilige Kunstarbeit des Schweizer Künstlers Urs Knoblauch (1947) beinhaltet den biografischen Familienroman „Schweizerspiegel“ des bedeutenden Schweizer Schriftstellers Meinrad Inglin (1893-1971). Die Kunstobjekte entstanden 2002 im Rahmen der Ausstellung im Ital Reding-Haus in Schwyz und thematisieren das politische und gesellschaftliche Leben der Schweiz zurzeit des Ersten Weltkrieges und der Zeit danach. Dabei werden die Spannungsfelder des Krieges und das „Modell der Schweiz“, die grosse Leistung der Landesverteidigung mit der Milizarmee und der bewaffneten Neutralität, aber auch das humanitäre Wirken der Schweizer Bevölkerung mit seinem Friedensmodell Schweiz thematisiert und gewürdigt. Die Fotografien beziehen sich auf die Gegenwart, die Landschaftsbilder auf Inglins Wirkungsort Schwyz und die Textauszüge aus dem fast 1000-seitigen Werk verweisen auf grundlegende und aktuelle Themen. Der Zusammenhalt in der Bevölkerung, die Sicherung unseres Erfolgsmodells Schweiz, unsere direkte Demokratie, unsere Souveränität und Weltoffenheit sind gerade auch heute zentrale Aufgaben.
Urs Knoblauch ist 1947 in Zürich geboren und aufgewachsen und war dort als Zeichenlehrer an einem Gymnasium tätig. Er lebt und arbeitet mit seiner Frau seit 2000 in Fruthwilen (Gemeinde Salenstein). Seit Jahrzehnten stellt er seine konzeptionellen Arbeiten unter dem Motto GENAUER ERFASSEN an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland aus. Es sind stets themen -und ortsbezogene Werkreihen mit ethischen und kulturgeschichtlichen Schwerpunkten in einem Dialog von Malerei, Fotografie und Texten. 2011 erscheint das Schul- und Familienbuch „Nahrung, Bildung und Gesundheit für alle“.

Nähere Angaben zum Werk und zur Person des Künstlers: www.kultur-und-frieden.ch




Zur Ausstellung von Urs Knoblauch im Kantonsspital Frauenfeld 2013

Die Werte des Friedens stärken

Die Ehrfurcht vor dem Leben“ – zu Albert Schweitzers Ethik

Anlässlich „100 Jahre Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene 1913-2013“

Albert Schweitzers Ethik und Wirken beinhalten gültige Werte der Menschlichkeit, der sozialen Gerechtigkeit, des verantwortungsvollen Umgangs mit den Schätzen der Natur und eine Kultur des Friedens. Die Aufgaben unserer Zeit erfordern ein Nachdenken über die Grundlagen der christlich-abendländischen Kultur, den Reichtum unserer kulturellen Vielfalt und die tragenden Werte unseres Zusammenlebens. Die Menschen möchten in Gleichwertigkeit, in Frieden und im Sinne des Völkerrechts, der UNO-Charta und des Allgemeinwohls leben und ihren Beitrag leisten. Die Ausstellung zeigt im Rahmen des Kunstkonzepts GENAUER ERFASSEN dazu Bilder, Fotos und Texte.

Zur Werkgruppe „Albert-Schweitzer- Spital in Lambarene“ und zur Entwicklungszusammenarbeit heute

Im Zentrum der Ausstellung steht eine Bildergruppe und Installation zum Wirken Albert Schweitzers (1875-1965), seiner „Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben“, sozialer Gerechtigkeit und seinem Einsatz für den Weltfrieden. Nahrungsmittelsicherheit, sauberes Wasser, Hygiene und Bildung sind existenzielle Zukunftsaufgaben der ganzen Menschheitsfamilie: „Ich glaube an die Zukunft dieser Zeit, aber wir müssen sie machen.“ (Albert Schweitzer) Die Bilder haben auch Bezüge zur heutigen Entwicklungszusammenarbeit mit der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Anlässlich des „UNO-Jahrs der Genossenschaften 2012“ wurde das bewährte Genossenschaftsprinzip, die Ethik der gegenseitigen Hilfe, die Förderung lokaler, kleiner und mittlerer Landwirtschaftsbetriebe (Weltagrarbericht 2008) und die Stärkung des einheimischen Gewerbes und des Allgemeinwohls ins Zentrum gestellt. Damit werden einige „Wert des Friedens“ angesprochen. Das Wirken dieser vorbildhaften Persönlichkeit darf nicht in Vergessenheit geraten, die junge Generation ist dafür sehr ansprechbar, denn „jeder kann sein Lambarene haben“ (Albert Schweitzer).

Zur Bildergruppe „Die Blumen des Friedens weitergeben“

Mit den Bildern „Die Blumen des Friedens weitergeben“ wird auf das grosse Engagement Albert Schweitzers für den Frieden Bezug genommen: „Nur in dem Masse, als durch den Geist eine Gesinnung des Friedens in den Völkern aufkommt, können die für die Erhaltung des Friedens geschaffenen Institutionen leisten, was von ihnen verlangt und erhofft wird.“ In zahlreichen Appellen, Vorträge, Konferenzen und Schriften hat er bis zu seinem Tod für den Frieden gewirkt. 1952 erhielt Albert Schweitzer den Friedensnobelpreis. Über 11‘000 Wissenschaftler aus 49 Ländern übergaben 1957 der UNO eine Petition gegen die Kriegs- Atombewaffnung. Die stilisierten Blumenbilder haben persönliche und kunstgeschichtliche Bezüge zu Ferdinand Gehr (1896-1996) und zu den „Zürcher Konkreten Künstlern“. Ergänzend zu den geometrischen Bildlösungen, dem Farb- und Formkonzept der abstrakten Konstruktivisten wurde hier eine Verbindung von rationalen, emotionalen, figurativen und ornamentalen Bildlösungen (Kulturreise in den Iran, 2008) hergestellt. Mit dem Text „Blumen des Friedens“ wird eine inhaltliche Botschaft integriert.

Albert Schweitzer und die Schweiz

Die Schweizer Bevölkerung war seit Beginn seines Wirkens mit Albert Schweitzer verbunden. Zahlreiche Ärzte, Studenten und Spitalpersonal in Lambarene kamen aus der Schweiz. Der erste Nachfolger von Albert Schweitzer war 1964 der Arzt Dr. Walter Munz (St. Gallen), der sich mit seiner Frau bis heute vorbildlich für Lambarene engagiert. Albert Schweitzer war auch mehrmals in der Schweiz, Der „Schweizer Hilfsverein für das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene“ ist Initiator des Jubiläumsjahrs 2013 und leistet grosse Unterstützung für Lambarene. Weltweit bestehen zahlreiche Albert-Schweitzer-Spitäler, eine gute Gesundheitsversorgung muss für alle Menschen möglich werden. Ebenso verweisen einige Arbeiten zum „Modell der Schweiz“, der direkten Demokratie, der humanitären Tradition und dem Friedensmodell der bewaffneten Neutralität. Die Ausstellung soll auch dazu anregen, sich mit Albert Schweitzers Büchern und seiner Ethik zu beschäftigen, denn „der grosse Helfer in unserem Bemühen zur Rückkehr zu Menschlichkeit ist die Ethik von der Ehrfurcht vor dem Leben.“ (A. Schweitzer). Die Ausstellung soll Mut machen, damit jeder an seinem Ort und mit seinen Möglichkeiten in guter Zusammenarbeit zum „Bonum Commune“ (Allgemeinwohl) beizutragen kann.

Zum Schul- und Familienbuch „Nahrung, Bildung und Gesundheit für alle“

Am Literargymnasium Rämibühl in Zürich ist zum Jubiläum „100 Jahre Lambarene“ eine Ausstellung mit Schülerarbeiten aus meinem Zeichenunterricht zu sehen. Einige Farblinolschnitte sind auch hier ausgestellt. Zur Vernissage wurde in Zürich und Frauenfeld eine musikalische Komposition zu Albert Schweitzer von Schülerinnen und Schüler (Maturanden) aufgeführt. Im Rahmen meiner Unterrichtstätigkeit konnte das Familien- und Schulbuch „Nahrung, Bildung und Gesundheit für alle“ realisiert werden. Darin werden auch Themen der Ausstellung, volkswirtschaftliche und staatsbürgerliche Grundlagen, das „Modell Schweiz“ mit der direkten Demokratie, das Wirken Albert Schweitzers, zahlreiche soziale Hilfswerke und wichtige internationale Organisationen (UNO-Charta, UNESCO, Rotes Kreuz und IKRK) vorgestellt. Die Beiträge sollen zum Nachdenken und zum Gespräch in Schule und Elternhaus anregen, denn „die grosse Not unserer Zeit ist die Gedankenlosigkeit.“ (Albert Schweitzer)
Das Buch kann für Fr. 10.- erworben werden (Box in der Ausstellung), ein Teil des Erlöses kommt als Spende dem Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene zugute.

Zum Werk des Künstlers: Diese Ausstellung knüpft an die Ausstellung im Universitätsspital Zürich „Die Blumen und Gärten des Friedens“ (2010), an die Ausstellungen „Die Blumen des Friedens weitergeben“ in der Galerie im Gottfried Keller Zentrum in Glattfelden (2009) und „Ein Haus des Friedens – eine Welt ohne Hunger und Krieg“ (2009) in der Kirche Balgrist in Zürich (Offene Kirche für Kultur und Begegnung) an. Schon 2007 war eine Ausstellung zu Albert Schweitzer „Ehrfurcht vor dem Leben und Frieden in der Welt“ an der „Kunst Schwyz 2007“ in Rothenthurm zu sehen. Seit den 70er Jahren entstanden zahlreiche Werke und Ausstellung im In- und Ausland zum Kunstkonzept GRNAUER ERFASSEN. Dabei standen Inhalte zur humanistischen Tradition mit orts- und themenspezifischen Werkgruppen im Zentrum.
Zur Biografie des Künstlers: 1947 in Zürich geboren und aufgewachsen. Ausbildung und Tätigkeit im gestalterischen Bereich. Mitarbeit am Schweizer Pavillon an der Weltausstellung in Osaka 1970. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Studienreisen und kontinuierliche Weiterbildung. 1974 Kunststipendium der Stadt Zürich. 35-jährige Tätigkeit als Zeichenlehrer am Literargymnasium Rämibühl Zürich. Vortragskurse im Rahmen der Volkshochschule an der Universität Zürich zur Foto-und Kunstgeschichte „Malerei und Fotografie im Dialog“ und kulturpublizistische Tätigkeit. Mitglied der Maturitätskommission des Kantons Schwyz. Wohnhaft mit seiner Frau auf dem Seerücken, in Fruthwilen/TG.

Weitere Informationen: Urs Knoblauch, Atelierhaus Fruthwilen, Hauptstrasse 38, 8269 Fruthwilen, Tel/Fax:071/660 04 34 und www.kultur-und-frieden.ch, Email: kultur-und-frieden@bluewin.ch Ausstellung am Literargymnasium: 8.März bis 5.April 2013, www.lgr.ch

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Interview zur Ausstellung in der Thurgauer Zeitung

«Interesse an der Welt ist wichtig»

FRUTHWILEN. Der Fruthwiler Künstler und frühere Lehrer Urs Knoblauch ehrt im Kantonsspital Frauenfeld Albert Schweitzer. Mit seinem Konzept «genauer erfassen» will er das menschliche Zusammensein ergründen, verstehen – und vermitteln.

Warum haben Sie für Ihre Ausstellung das Kantonsspital gewählt – nicht gerade eine Kunstinstitution?
Urs Knoblauch: An einem öffentlichen Ort auszustellen ist mir sehr wichtig. Ich will mich ja mit meinen Arbeiten an möglichst viele Menschen wenden. Deshalb ist ein Spital ein idealer Ort für mich. Gerade auch in Zusammenhang mit Albert Schweitzer und Lambarene. Es ist ja auch in der Kunstszene (Biennale Venedig und documenta Kassel) immer mehr die Tendenz, an den Orten der Öffentlichkeit Kunst orts- und themenspezifisch zu zeigen. Das mache ich schon seit Jahren. Meine letzten Ausstellungen waren ganz bewusst 2009 in der Kirche Balgrist Zürich, 2010 im Universitätsspital Zürich, 2012 im Alten Zeughaus Schwyz und im Bahnhof Ermatingen.

Als Konzeptkünstler haben Sie ein Anliegen, das Sie schon seit Jahren immer wieder aufnehmen…
Knoblauch: Ja, das ist tatsächlich so. Seit meinen Anfängen verstehe ich die Kunst als eine Forschungs- und Bildungsarbeit. Mit meinem Konzept «genauer erfassen» stehe ich in der Tradition des Realismus. Ich versuche, die wichtigen Themen des menschlichen Zusammenlebens weiter zu ergründen, zu verstehen und zu vermitteln. Allein das Wunder der Natur oder die Vielfalt des menschlichen und kulturellen Ausdrucks sind spannende Bereiche. Dazu kommt, dass ich mich als Künstler mit meinen Werken an die Öffentlichkeit wende, daraus ergibt sich auch eine besondere Verantwortung.

Sie waren auch Lehrer.
Knoblauch: Auch als Lehrer stehe ich vor dieser Aufgabe. Deshalb ist eine gründliche Aus- und Weiterbildung, das Interesse an der Welt so wichtig.

Warum ist Ihnen und Ihren Schülern wichtig, Albert Schweitzers Anliegen wieder zur Sprache zu bringen?
Knoblauch: Die humanitäre Tradition der Schweiz ist eine besondere Kostbarkeit. Ich habe während meiner Lehrtätigkeit zunehmend beobachtet, dass wichtige allgemeinbildende und geschichtliche Grundlagen bei den meisten Schülerinnen und Schülern nicht mehr vorhanden sind und kaum gelehrt werden. Wie und wann sind das Rote Kreuz, die Unesco oder die UNO-Charta entstanden? Was ist eine gesunde Volkswirtschaft? Warum sind die direkte Demokratie und das «Schweizer Modell» so wertvoll und aktuell? Was beinhalten Moral und Ethik? Die Jugend und die Schülerschaft sind an diesen Fragen sehr interessiert, das Gespräch mit ihnen und ihre Gedanken sind eine grosse Freude. Das sind auch die Berührungspunkte mit meinem künstlerischen Schaffen.

Interview: Barbara Fatzer, Thurgauer Zeitung, 13. März 2013

Jugendliche Friedensarbeit

Friedensarbeit ganz eigener Ausprägung haben am Sonntagabend im Kantonsspital Maturanden des Literaturgymnasiums Rämibühl aus Zürich vermittelt. Sie beteiligten sich mit eigenen Kompositionen an der Eröffnung der Ausstellung «Die Werte des Friedens stärken» ihres Zeichenlehrers, des Konzeptkünstlers Urs Knoblauch. Rämibühl ist eine Unesco-assoziierte Schule, die ein neues Projekt durchgezogen hat. Bereits vor zwei Jahren ist zusammen mit Urs Knoblauch ein Lehrmittel entstanden, das im Staatsunterricht eingesetzt wird. Aus Anlass zum hundertjährigen Bestehen des Albert-Schweitzer-Spitals in Lambarene haben sich die jetzigen Maturanden auch mit den Musikbeiträgen dieses Arztes beschäftigt. Ihr Beitrag «Bach meets Africa» eröffnete die konzeptionelle Ausstellung im Kantonsspital und fand grossen Anklang. (fz)

Urs Knoblauch: Die Werte des Friedens stärken, Kantonsspital Frauenfeld; bis 7. April
Genauer erfassen

Seit den 70er-Jahren entstehen Foto- und Textarbeiten zum Kunstkonzept «Genauer erfassen». Foto- und Bildthemen zu ethischen, sozialen und kulturhistorischen Grundlagen. Bilder zum Frieden, zur UNO-Menschenrechtskonvention, zum IKRK und zur Unesco. Landschaftsmalerei im Dialog mit Fotografie und Literatur. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. «Nahrung, Bildung und Gesundheit für alle», Literaturgymnasium Rämibühl Zürich, 2011.

                      Thurgauer Zeitung, 13. März 2013

Ein Haus der Friedens  - eine Welt ohne Hunger und Krieg

Eine Kunstausstellung zeigt mögliche Wege


Kirche Balgrist Zürich – Offene Kirche für Kultur und Begegnung
Vom 22. Oktober 2009 bis 22. November 2009


Urs Knoblauch 35 Jahre Konzeptkunst GENAUER ERFASSEN
Malerei, Fotografie, Film, Texte, Objekte und Installationen

Im Zentrum der Ausstellung in der Kirche Balgrist steht das „Haus des Friedens“. Es ist eine Installation, eine Art „Favela-Hütte“ wie in Brasilien, mit vielfältigen thematischen Bezügen zu unserer gegenwärtigen Welt, Wirtschafts- und Sinnkrise. Dabei werden mögliche Wege, Lösungen und Alternativen aufzeigt. Das Haus ist im Entstehen, es ist mit verschiedenen Materialien gebaut, die bei uns weggeworfen werden. Die Konstruktion und Ausgestaltung des Hauses enthält viel wertvolle Substanz. Auf Wänden und Tischen sind vielfältige Texte, Bilder und Objekte zu sehen. Das Haus enthält Kunstwerke, kulturelle Schätze und menschliche Errungenschaften, die eine Welt ohne Hunger und Krieg, ein Zusammenleben in sozialer Gerechtigkeit für alle Menschen ermöglicht. Kirchliche und zivile Hilfswerke leisten hier Vorbildliches. Wissenschaftliche Grundlagen, die Anliegen der UNESCO, die christliche Sozialethik und die Befreiungstheologie sind dabei zentral. Der „Weltagrarbericht 2008“ (IAASTD) zeigt auf, wie Armut und Hunger verringert werden kann. Auch ein Garten mit den Bildern „Blumen des Friedens“, gesundem Gemüse und Objekte „Wasser für alle“ und „Nahrung für alle“ sind zu sehen. Es sind Bezüge zu heutigen Dorf-Landwirtschafts-Genossenschaften mit Selbstbestimmung und  alternativem Geld, wie sie beispielsweise in Latein- und Südamerika wieder aufgebaut werden. Es werden Bilder gezeigt, welche Einblick in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Friedenslichter-Sklupturen), in das Rote Kreuz, IKRK und das „Humanitäre Völkerrecht“ ermöglichen. Persönlichkeiten wie Heinrich Pestalozzi, Henry Dunant oder Albert Schweitzer werden als Vorbilder vorgestellt. Beispielhaft wird auch das „Modell Schweiz“ (Direkte Demokratie und humanitäre Tradition) mit Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ und Meinrad Inglins „Schweizerspiegel“ in einer Installation präsentiert.
Die Bilder, Texte und Objekte des Künstlers sollen zum gemeinsamen Nachdenken anregen und Lösungen für eine bessere Welt aufzeigen. In die Ausstellung ist auch eine Veranstaltungsreihe zu den Themen, eine kleine Volkshochschule integriert. Das Nachdenken über die Bewältigung der Zukunft auf einer menschengerechten ethischen Basis ist heute das zentrale Thema. Gerade die Jugend ist sehr interessiert, sie kann einen wichtigen Beitrag zu diesen wichtigen Menschheitsfragen beisteuern. Führungen durch den Künstler mit Klassen sind erwünscht. So soll die Kunst-Installation im Kirchenraum zum Ort werden, von dem aus das „Haus der Friedens - eine Welt ohne Hunger und Krieg“ seine Wirksamkeit entfaltet.
                                                           Urs Knoblauch, im Sommer 2009

Vernissage: Donnerstag 22. Oktober 2009, 19.30 Uhr
Musik: Christian Cantieni, Einführung: Dr. Peter Küpfer

Einladung zu den Veranstaltungen zur Thematik der Ausstellung mit
Experten und dem Künstler

Diese Veranstaltungen sind Bestandteil der Ausstellung und der Kunst-Installation.
Es sind Beispiele der Entwicklungszusammenarbeit und der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Gemeinsames Leitmotiv: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“
(Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, 1948)

Schulklassen, Gruppen und alle Interessierte sind herzlich eingeladen. (Eintritt frei, Kollekte für humanitäres Projekt)

Freitag, 23. Oktober 2009, 19.30 Uhr, Kirchgemeindesaal
Dokumentarfilm „Friedrich Traugott Wahlen - Anbauplan 1940-1945“ und Vortrag über den “Weltagrarbericht 2008 (IAASTD)“. Gemeinsames Motto: Unsere Verantwortung für den Hunger in der Welt und eine gesunde Ernährung für alle.

Dienstag, 27. Oktober 2009, 19.30 Uhr
Kurzfilm und Gespräch mit Experten: „Zum humanitären Wirken des Roten Kreuzes“

Dienstag, 3. November 2009, 19.30 Uhr
Kurzfilm über ein Hilfswerk der CARITAS und Gespräch mit Experten: „Der vorbildliche Beitrag der kirchlichen Hilfswerke im Kampf gegen die Armut “

Dienstag, 10. November 2009, 19.30 Uhr
Kurzfilm und Gespräch mit einem Experten: „Die Schweizerische Entwicklungsarbeit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA)“

Dienstag 17. November 2009, 19.30 Uhr, in der Ausstellung
Kurzfilm und Bericht von Experten der HELVETAS: „Wasser und Hygiene für alle“

Finissage: Sonntag 22. November, 2009
Anschliessend an den Gottesdienst (9.30 Uhr)

Filmporträt: Urs Knoblauch – 35 Jahre Konzeptkunst GENAUER ERFASSEN von Axel Grunow

Öffnungszeiten der Ausstellung
Dienstag bis Freitag 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr
Samstag: 11 bis 15 Uhr Sonntag: 11 bis 12 Uhr

Führungen durch die Ausstellung mit dem Künstler
Für Schulen, Gruppen und Interessierte nach Absprache, auch ausserhalb der Öffnungszeiten.
Kontakt: Natel: 079/452 09 24, Email: urs.knoblauch@lgr.ch.
Informationen über den Künstler: www.kultur-und-frieden.ch

Kunstausstellung in der Galerie Gottfried Keller-Zentrum in Glattfelden vom 26. April bis 7. Mai 2009







 
Wander-Leihobjekt

"Die Blumen des Friedens weitergeben"

Urs Knoblauch, Konzeptkunst-Projekt 2009
Anlässlich der Ausstellung in der "Galerie Gottfried Keller-Zentrum" Glattfelden vom 26. April bis 7. Mai 2009.


Das Holzobjekt soll monatlich im Freundes- und Bekanntenkreis weitergegeben werden. Via Internet soll jeweils der Aufenthaltsort und ein Gedanke oder eine Information zum Thema und Objekt beigesteuert werden.

Sie können das Holzobjekt „Die Blumen des Friedens“ für einen Monat leihweise bei sich zuhause haben und es dann Freunden oder Bekannten für weitere Monate weitergeben.

So werden die Blumen des Friedens, auch nach der Ausstellung, weitergegeben!

Sie können sich via Email oder per Brief melden (Kontakt).

Wir werden Sie auf einer „Leih-Liste“ eintragen und Sie betreffend des Termins informieren.

„Die Menschheit hat keine umfassender und keine kompliziertere Aufgabe als die, eine Kultur der Friedensliebe als Gegensatz zum Gewalt- und Kriegskult hervorzubringen.“

Tschingis Aitmatow (1928-2008)

Urs Knoblauch - 35 Jahre Konzeptkunst „GENAUER ERFASSEN“
Ausstellung und Installation: Malerei, Fotografie, Skulptur und Literatur im Dialog


Galerie Gottfried Keller Zentrum Glattfelden, 26. April - 7.Juni 2009

Glattfelden, aus dem Gottfried Kellers Eltern stammten, hat bis heute den ländlichen Charme des Bauerndorfes erhalten. Zauberhafte Bauerngärten, Häuser, Landwirtschaftsbetriebe und weite Landstriche entlang der Glatt und der waldigen Umgebung sind hier zu entdecken. So ist es nahe liegend, dass gerade hier im Frühling „die Blumen des Friedens“ zu blühen beginnen, um „sie weiterzugeben“. Damit soll die Bedeutung des Anliegens nach mehr Frieden in allen Bereichen menschlicher Arbeit und Kultur hervorgehoben werden. Kaum eine Tätigkeit ist nicht dem Anliegen eines gerechten und friedlichen Zusammenlebens verpflichtet. Überall, wo der Mensch sinnvoll tätig ist, leistet er einen Beitrag zum allumfassenden Frieden, der auch das Prinzip der Natur ist: in allen Bereichen der Kultur, in der produktiven Arbeit, in Schule und Elternhaus, in der Landwirtschaft, in Handwerk und in der Technik ist die grosse Idee des Friedens die wahre Triebfeder. Deshalb finden wir sie auch in vielen Zeugnissen der Literatur und im Schrifttum vom Menschen – sie sind ja das Abbild des menschlichen Lebens und Zusammenwirkens. Text und Bild haben so im Schaffen von Urs Knoblauch immer zusammengewirkt, sie stehen in seinem Konzept in einem spannungsvollen Dialog zu einander. Auch im Werk Gottfried Kellers oder Meinrad Inglins ist dieses Friedensanliegen zentral. Sie stellen eindringlich die Frage nach dem Sinn des Lebens: Der Bauer, der Lehrer, der Handwerker und der Künstler – sie alle arbeiten für das Wohl der Menschen, für das Gemeinwohl und deshalb auch für den Frieden. Im Wirken als Zeichenlehrer, als Konzeptkünstler und als Kulturpublizist mit dem Kunstkonzept GENAUER ERFASSEN stehen für Urs Knoblauch seit 35 Jahren Ethik, Kultur und das Anliegen nach mehr sozialer Gerechtigkeit und Frieden im Zentrum. Mit verschiedenen neuen Installationen und Werken wird im Dialog mit Fotografie, Malerei, Texten und Skulpturen das Thema „Die Blumen des Friedens weitergeben“ bearbeitet. Drei grössere Bilder (Fotografie, Text und Aquarell) beziehen sich auf das Wirken von Henry Dunant, Albert Schweitzer und Bertha von Suttner. Anstelle von postmoderner Beliebigkeit verweist die Skulpturen-Installation „Friedenslichter“ auf die Aufklärungsphilosophie, auf Immanuel Kants Werk „Zum ewigen Frieden“ und auf die Menschenrechte. Eine Serie von Blumenbildern in ornamentalem Farb- und Formkonzept und verschiedenen Formen des Realismus wurde mit Foto-Text-Bildern kombiniert - sie beziehen sich auch auf eine Jugenderinnerung an den grossen Schweizer Sakral- und Blumenmaler Ferdinand Gehr und den „Kirchen-Freskenstreit“. Eine grössere Werkgruppe ist dem zentralen und aktuellen Inhalt aus Inglins Schweizer Zeitgemälde „Schweizerspiegel“ von 1938 gewidmet und ein Zitat steht als Leitmotiv für die Ausstellung : „Aber dieses geistig geräumige, ausserordentlich tolerante demokratische Staatswesen ist das denkbar Klügste, was sich eine so gemischte Gesellschaft wie unser Volk im Laufe der Jahrhunderte erschaffen konnte. Ich habe darüber nachgedacht und mich in der Welt umgesehen: es gibt nichts Besseres!“ Das “Modell Schweiz“ mit seiner freiheitlichen, souveränen und direktdemokratischen Staatsform, mit seiner humanitären, auf das Gemeinwohl und auf Frieden ausgerichteten Tradition, ist ein Vorbild und eine Hoffung für die Länder der Welt. Anstelle der weltweiten wahnsinnigen Finanzspekulationen, Rüstungs- und Kriegsausgaben, muss das Zusammenleben aller Menschen auf Gleichwertigkeit und das Gemeinwohl ausgerichtet werden. Deshalb werden die Themen Wasser, Nahrung und Landwirtschaft als Wege zur sozialen Gerechtigkeit und Frieden in der Welt in einigen Kunstwerken dargestellt. Die Stärkung der regionalen und kleinbäuerlichen Strukturen wird weltweit zum wichtigsten Faktor für die Bekämpfung des Hungers (Weltlandwirtschaftsbericht 2008). Mit dem Textbild „Krieg und Unrecht beenden – Gemeinwohl stärken!“ und dem Holzobjekt „An der Seite der Armen“ sollen Bezüge zur Ethik, zur UNO-Charta, zur christlichen Soziallehre, zur Befreiungstheologie, zu humanitären Hilfswerken (Hilfe zur Selbsthilfe) und der Bedeutung des Genossenschaftswesens hergestellt werden. An der Ausstellung wird mit einzelnen früheren Arbeiten auch einen Einblick in „35 Jahre Konzeptkunst GENAUER ERFASSEN“ ermöglicht. Eine Reihe von Ausstellungen mit orts- und raumbezogenen thematischen Installationen beinhaltete einen Dialog zwischen Malerei, Fotografie und Literatur. Dabei entstanden zahlreiche Berg- und Landschaftsbilder mit lebensfroher, freiheitlicher und farbiger Ausstrahlung. Schwarzweiss-Fotografien aus dem Alltagsleben der Menschen in der Region und Literaturzitate verbinden sich zu einem spannungsvollen Dialog. So wurde eine Textpassage aus Gottfried Kellers biografischem Roman „Der grüne Heinrich“ Leitmotiv der Ausstellung 1997 in der Galerie im Gottfried Keller-Zentrum: „Es war die hingebende Liebe an alles Gewordene und Bestehende.(...) Ich begann, nicht nur die Form, sondern auch den Inhalt, das Wesen und die Geschichte der Dinge zu sehen und zu lieben“. Die zweite Ausstellung im Gottfried Keller-Zentrum im Jahr 2000 war  „Goethes Reisen“ und seiner Einsicht gewidmet „...denn in der Persönlichkeit liegt doch eigentlich der wahre Grund menschlicher Verhältnisse“. Eine grössere Arbeit und Installation wurde anlässlich der Ausstellung im Kanton Schwyz realisiert und bezog sich auf Meinrad Inglins autobiographischem Roman „Die Welt in Ingoldau“: Leitmotiv wurde daraus der Text: „Alles Menschliche das in Ingoldau geschieht, wird auch anderswo geschehen“. Anlässlich des 200. Todestages und der „Weimarer Tell-Aufführung“ entstand 2005 im Kanton Schwyz eine Ausstellung mit der Installation zu Schillers „Wilhelm Tell“. Leitmotiv war dabei das Zitat: „Was liegt dem guten Menschen näher als die Seinen? Gibt’s schönre Pflichten für ein edles Herz, als ein Verteidiger der Unschuld sein, das Recht des Unterdrückten zu beschirmen?“  Als Echo auf Schillers Eintreten für Freiheit und Würde des Menschen entstanden Foto-Text-Arbeiten und Bilder zur humanitären Tradition der Schweiz, zum Roten Kreuz, zur UNESCO, zu den Menschenrechten und dem humanitären Völkerrecht, auch zu Albert Schweitzers  „Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben“. So verbinden sich in den Werken und im Kunstkonzept GENAUER ERFASSEN Ethik, Kultur und Frieden zu einer Gesamt-Kunstform mit vielfältigen Bezügen, wie dies im UNESCO-Kulturbegriff zum Ausdruck kommt: „Die Kultur kann in ihrem weitesten Sinne als die Gesamtheit der einzigartigen geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Aspekte angesehen werden, die eine Gesellschaft oder eine soziale Gruppe kennzeichnen. Dies schliesst nicht nur Kunst und Literatur ein, sondern Lebensformen, die Grundrechte des Menschen, Wertsysteme, Traditionen und Glaubensrichtungen.“  Eintreten für mehr Ethik und soziale Gerechtigkeit in Politik und Wirtschaft ist gerade heute eine Verpflichtung, auch für den Künstler. Die vergangenen und gegenwärtigen grausamen völkerrechtswidrigen Kriege, Terror, Hunger und Unrecht  zerstören das Leben unzähliger Soldaten und vor allem unschuldiger Menschen, meist Zivilisten und Kinder. Aber auch unersetzbare Kulturgüter, Werte und Traditionen und ganze Dörfer, Landstriche, lebensnotwendige Infrastruktur, Wasserversorgung, Spitäler, Schulen und Kirchen und viel Landwirtschaftsland werden vernichtet. Deshalb soll mit dem eingangs angeführten Zitat des grossen russischen Schriftstellers Tschingis Aitmatow (1928-2008) auf die zentrale Bedeutung der Schaffung „einer Kultur der Friedensliebe“ mit der Verpflichtung auf die UNO-Charta, die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht hingewiesen werden. Europa, die UNO und andere Organisationen müssen ganz dringend wieder auf ihre ursprünglichen Anliegen nach Frieden, Menschenwürde und Gerechtigkeit für alle Menschen verpflichtet werden. In diesem Sinne konnte im Seedamm Kulturzentrum anlässlich der jurierten Ausstellung 2008 Urs Knoblauchs  Arbeit zu „60 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ die Text-Installation realisiert werden: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen“ (1.Artikel der Menschenrechtserklärung, 1948). Nur gemeinsam kann der Hunger bewältigt, soziale Gerechtigkeit und Frieden geschaffen werden. Dazu ist mehr  Ethik in Politik, Wirtschaft und Kultur notwendig. Mit dieser Ausstellung und dem Weitergeben „der Blumen des Friedens“ soll hier ein Beitrag geleistet werden. Wer ein Echo auf die Ausstellung und die Blumen des Friedens weitergeben will, kann an der Finissage ein spezielles Blumen-Text-Objekt mitnehmen, eine Zeitlang bei sich haben und es dann einem guten Freund weiter geben. Es handelt sich um ein handliches Brett, auf dem eine besonders schöne Friedensblume dargestellt wird. Dreht man es um, so bildet auch hier ein Text zur Friedensthematik ein weiteres Echo und schafft weitere Bezüge. Ein kleiner Beitrag zum Thema, dass die Friedensblumen nicht nur betrachtet, sondern weitergegeben werden sollen! Auch andere Akte des symbolischen Weitergebens sind möglich, z. B. mit dem Pflanzen eines Fruchtbaums und den in der Galerie bereitliegenden Süsskartoffel-Pflanzenknollen (Topinambur aus dem Garten des Künstlers und seiner Ehefrau). Ihre gelben Blumen werden als „die Blumen des armen Mannes“ bezeichnet. Damit, oder mit anderen Gemüse -und Blumensamen, kann und soll jeder engagierte Ausstellungsbesucher zum Sämann für die „Saat des Friedens“ werden.   Biografie, Ausstellungen und Kunstkonzept GENAUER ERFASSEN Urs Knoblauch wurde 1947 in Zürich geboren. Nach seiner gestalterischen Grundausbildung im Warenhaus Globus und an der Kunstgewerbeschule Zürich war er im Atelier Leber & Schmid in Zürich unter anderem für den Schweizer Pavillon an der Weltausstellung 1970 in Japan tätig. Nach der Heirat führte er gemeinsame mit seiner Frau ein Gestaltungsatelier mit internationalen Ausstellungsprojekten und Grafik (Briefmarke für die PTT).1974 Auszeichnung mit dem Kunststipendium der Stadt Zürich. 1979 Abschluss der Ausbildung zum Zeichenlehrer mit Diplom für das Höhere Lehramt am Zeichenlehrerseminar in Zürich. Seither als Zeichenlehrer/Bildnerisches Gestalten und für Ausstellungsprojekte am Literargymnasium Rämibühl Zürich tätig (www.lgr.ch). Beteiligung an zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Studienreisen und kontinuierliche persönliche Weiterbildung in Kultur, Human- und Sozialwissenschaften. Kulturpublizistische Tätigkeit und Vortragskurse für Fotografie-Kunstgeschichte (Malerei und Fotografie im Dialog) im Rahmen der Volkshochschule an der Universität Zürich. 2008 Kultur-Reise in den Iran (Reiseleitung: Prof. Dr. Albert Stahel, Universität Zürich) Beiträge in verschiedenen Katalogen und im „Neuen Biografischen Lexikon der Schweizer Kunst „1998. Werke in privaten und öffentlichen Sammlungen.

Kunstszene Schwyz 2008

Die Kunstszene Schwyz ist traditionsgemäss eine vom Kanton initiierte Ausstellung  mit Gegenwartskunst. Sie zeigt eine Momentaufnahme von zeitgenössischem Kunstschaffen mit Bezug zum Kanton Schwyz. Auf die öffentliche Ausschreibung hin haben sich über 100 Kunstschaffende beworben.
Eine ausserkantonale Fachjury unter dem Vorsitz von Peter Fischer, Direktor des Kunstmuseums Luzern, wählte 22 Kunstschaffende aus. Das Menschenrechts-Transparent mit einem dazugehörigen Flugblatt "Mehr Frieden in der Welt" mit allen 30 Artikel sollte an das 60-jährige Jubiläum 2008 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte erinnern.
Die Ausstellung, die bis zum 31. August 2008 im Seedamm Kulturzentrum in Pfäffikon /SZ zu sehen ist, bietet ein breites Spektrum an Kunstgattungen. Kurator der Ausstellung war der Galerist Joe Felchlin (Schwyz und Zürich), die Katalogbeiträge wurden von der Kunsthistorikerin Anna-Brigitte Schlittler verfasst, das Begleitprogramm und die Führungen werden von Sonia Gerster betreut.

Kunst Schwyz 2007

"Ehrfurcht vor dem Leben und Frieden in der Welt"

Zur Ausstellung von Urs Knoblauch anlässlich der „Kunst Schwyz 2007“
Perform-Halle 1, 6418 Rothenthurm vom 11. bis 25. November 2007

Seit 35 Jahren arbeite ich als Konzeptkünstler im Rahmen meines Kunstkonzepts GENAUER ERFASSEN – „Fotografie, Malerei und Text im Dialog“ auf Rigi Klösterli, in Zürich und im Thurgau und bin als Zeichenlehrer an einem Gymnasium in Zürich tätig. Als „Rigianer“, Gründungsmitglied unserer Künstlervereinigung und als Mitglied der Maturitätskommission des Kantons Schwyz bin ich mit der Innerschweiz verbunden. Während 10 Jahren war ich an der Universität Zürich für die Volkshochschule mit gut besuchten Vortragsreihen zum „Dialog von Fotografie und Malerei“ tätig.
Meine Arbeiten und Ausstellungen waren stets thematische und ortsbezogene Foto- und Textinstallationen, erstmals 1969 in der Galerie Annemarie Verna in Zürich. In zahlreichen Werken stehen Texte von Schriftstellern wie Gottfried Keller (Der grüne Heinrich), Meinrad Inglin (Die Welt in Ingoldau und Schweizerspiegel), Heinrich Pestalozzi und J. W. Goethe im Dialog mit Landschaftsbildern und Fotografien der Berglandschaft der Innerschweiz im Zentrum. Daneben bilden Themen zur Kultur, Pädagogik, Ethik, zum Frieden, zum Menschen- und Völkerrecht, zum IKRK, zur humanitären Schweiz und UNESCO inhaltliche Schwerpunkte.

Gerade die Innerschweiz hat neben der grossartigen Natur, ihrer Geschichte und ihren Traditionen einen reichen Schatz an Kultur: Gelebte direkte Demokratie, Genossenschaften, gesunde Familienbetriebe, Selbstversorgung in kleinen noch gut funktionierenden Gemeinden und sozialen Einheiten (noch weitgehend unabhängig von WTO, IWF und GATS). Neben sinnvollen Erneuerungen sind gerade diese kooperativen und selbstbestimmten Formen des gesellschaftlichen Lebens als Kulturgut zu stärken und zu erhalten. Unsere Künstlervereinigung und „Kunst Schwyz“ sind ein Beispiel dieses am praktischen Leben, an der Vernunft und an der Demokratie orientierten Zusammenschlusses. Diese bewährten Formen des gleichwertigen Zusammenlebens und Zusammenarbeitens werden gerade auch in Ländern der Dritten Welt zum Vorbild und zum zukunftsträchtigen Modell (DEZA).   
In Anbetracht der alarmierenden Weltlage mit völkerrechtswidrigen Kriegen, täglichen Bombardierungen und unzähligen Toten in der Zivilbevölkerung, Mord und Terror, Hunger und  Elend stehen auch Kulturschaffende in der Verpflichtung. Für einen grossen Teil der Menschheit bestehen unwürdige, ungerechte soziale und wirtschaftliche Verhältnisse. Die zerstörerischen Kriege müssen dringend gestoppt werden, Wiedergutmachung und Aufbauhilfe muss geleistet werden. Alle Kräfte, Investitionen und alle Kreativität sollen im Sinne von vorbildlichen Persönlichkeiten wie Henri Dunant, Albert Schweitzer oder Künstlern wie Pablo Picassos oder Joseph Beuys und vielen Gegenwartskünstlern von der Kriegswirtschaft in eine nachhaltige Friedenswirtschaft fliessen.

Die rücksichtslose Gewinnmaximierung, Zentralisierung, Globalisierung, Macht-Geopolitik und Börsenspekulation müssen durch eine weltweite soziale Zusammenarbeit und eine dem Allgemeinwohl dienende Politik, Bildung, Kultur und Wirtschaft abgelöst werden. Es ist erfreulich, dass sich immer mehr Künstler und Kulturschaffende (z.B. documenta, Biennale) an die Seit der Armen und in den Dienst des Friedens stellen. Meine hier gezeigten Arbeiten zum Wirken und zur Friedensethik Albert Schweitzers, der „Ehrfurcht vor dem Leben“ sind dazu ein Beitrag. Der grosse Urwalddoktor und Humanist erkannte schon früh: „Das Problem der Menschenrechte ist das grosse Problem unserer Zeit“ und er betonte immer wieder die Verantwortung der einzelnen Menschen: „Nur in dem Masse, als durch den Geist  eine Gesinnung des Friedens in den Völkern aufkommt, können die für die Erhaltung des Friedens geschaffenen Institutionen leisten, was von ihnen verlangt und erhofft wird.“   „Der grosse Helfer in unserem Bemühen zur Rückkehr zu Menschlichkeit, ist die Ethik von der Ehrfurcht vor dem Leben.“ Diese Botschaft ist in vielen Religionen und Lebensauffassungen enthalten und kommt auch im 1. Artikel der Menschenrechtskonvention zum Ausdruck: „Alle Menschen sind frei und gleich an Rechten und Würde geboren, sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“

Weitere Informationen und Bilder unter: www.kuenstlervereinigung-schwyz.ch

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GENAUER ERFASSEN –

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, 1948

2007
Transparent, Kunststoff-Blache mit Textprint, einseitig, mit Ösen für Installation Innen- oder Aussenraum100 x 300 cm

Seit über dreissig Jahren verfolgt Urs Knoblauch konsequent sein künst­lerisches Konzept. Genauer, nicht genau erfassen – Bescheidenheit und hoher Anspruch kommen darin gleichermassen zum Ausdruck. Konzeptkunst, durch intellektuelle Strenge und Konsequenz definiert, lässt grosse Freiheit in der Wahl von Themen und Medien, die Urs Knoblauch vielfältig genutzt hat. Doch alle seine Arbeiten zeugen von einem nicht nach­lassenden Interesse an unserer Welt – so an der Innerschweiz, die er in zahlreichen luftigen, farbig vibrierenden Landschaftsbildern festgehalten hat. Gegen alle Zeitströmungen hat Urs Knoblauch stets an der aufklärenden Funktion der Kunst und an inhaltlichen Auseinandersetzungen mit akuten gesellschaftlichen Problemen festgehalten. Ganz einer sehr engagierten – und gar nicht emotionslosen – Vernunft verpflichtet, hat er sich schliesslich in seiner künstlerischen wie in seiner pädagogischen Arbeit den Menschenrechten zugewandt. 1948 nicht zuletzt unter dem Eindruck der Verwüstungen des 2. Weltkrieges von der UNO-Vollversammlung als ‹Allgemeine Erklärung der Menschenrechte› formuliert, sind und bleiben diese universal gültig – für den Künstler so etwas wie ein ethisches Naturgesetz. Vollständig auf das Bild verzichtend, präsentiert Urs Knoblauch nun den ersten Artikel der Erklärung auf einer schlichten weissen Kunststoff-Blache. Reduziert und konzentriert auf die sprachliche Botschaft, treten Künstlerpersönlichkeit und individuelle ‹Handschrift› ganz hinter den Inhalt zurück. Der Künstler übergibt uns damit gewissermassen ein Werkzeug zum Nachdenken und Handeln.