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Der Mensch hat sich im Verlauf seiner Geschichte trotz Kriegen, Not und Elend grosse kulturelle und soziale Fortschritte errungen. Die Natur des Menschen beinhaltet die Fähigkeit zum vernünftigen, kooperativen und  friedlichen Zusammenleben. Bildung und Kultur tragen zum Wohl der Menschen und zum Frieden bei.

Der gegenwärtige Kriegswahnsinn, die Hochrüstung, die unhaltbare und ungerechte wirtschaftliche und soziale Situation in weiten Teilen der Welt und eine neue Kolonial- und Feudalherrschaft müssen beendet werden. Das erfordert den Beitrag aus allen Fakultäten und Bevölkerungsgruppen, so auch aus dem Bereich der Kultur.  

Hier sollen deshalb Informationen, Texte und Dokumente zum Thema Kultur und Frieden, die im gegenwärtigen Kulturbetrieb wenig Verbreitung finden, allen Interessierten zugänglich gemacht werden.

Friedenskultur fördern und zugänglich machen

In vielen Bereichen des Kulturlebens, der internationalen Kunstszene und medialer Unterhaltung dominiert die postmoderne Beliebigkeit: Formalismus, Selbstinszenierung, Starkult, kommerzieller Erfolg, Ironie, „Fun“, Tabubruch und Destruktion.

Es besteht aber auch eine reiche Tradition an Kunst und Kultur, welche Gerechtigkeit, Allgemeinwohl und Frieden ermöglicht. Überall auf der Welt sind einzelne Menschen, Gruppen und Institutionen am Werk und leisten dazu wertvolle Beiträge. Die Gleichwertigkeit der Menschen, ein personales Menschenbild und richtig theoretische Grundlagen verbinden sich dabei mit den ästhetischen Kriterien.

Immer deutlicher zeigt sich in vielen kleineren kulturellen Aktivitäten, aber auch an internationalen Kunstausstellungen, in der Literatur, im Theaterbereich und Film eine Hinwendung zu den existentiellen Aufgaben unserer Zeit. Gerade der Respekt vor den verschiedenen Kulturen und das Recht auf Selbstbestimmung sind wichtige Aufgaben. Immer mehr Kulturschaffende interessieren sich für fremde Kulturen und stellen sich an die Seite der Armen und Notleidenden in aller Welt.

Ein Kulturbegriff im Sinne der Unesco und der Menschenwürde

Kultur soll hier im Sinne der Unesco und der Menschenwürde als weit gefasster Begriff zum Wohl der Menschen und als Beitrag zum Frieden in der Welt verstanden werden. Im Anliegen der Unesco, der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur sind auch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948) und das humanitäre Völkerrecht enthalten. Einleitend wird in der Unesco-Verfassung festgehalten: „Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Friede im Geist der Menschen verankert werden.“ Dazu können und sollen Kulturschaffende ihren Beitrag leisten. Kultur beinhaltet die konstruktive Entwicklung der Menschheit: „Die Kultur kann in ihrem weitesten Sinne als die Gesamtheit der einzigartigen geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Aspekte angesehen werden, die eine Gesellschaft oder eine soziale Gruppe kennzeichnen. Dies schliesst nicht nur Kunst und Literatur ein, sondern Lebensformen, die Grundrechte des Menschen, Wertsysteme, Traditionen und Glaubensrichtungen.“ (Unesco-Weltkonferenz über Kulturpolitik, Mexiko-Stadt, 1982)

Kultur entsteht bei der Lebensbewältigung, bei den Arbeiten im Alltag, bei Haushalts- und Handwerksarbeiten, im Handel, auf dem Bauernhof, in Dörfern oder Städten und in den verschiedensten Kulturen und Regionen. Beeindruckende kulturelle und künstlerische Fertigkeiten, Kunsthandwerk und Wissen wurden und werden über Generationen weitergegeben. Kultur, in all ihren Bereichen, von Kunst über Musik, Architektur, Literatur, Film und Theater trägt in ihrem Wesen zum Wohl der Menschen bei. Die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut, sie steht jedoch immer im Zusammenhang mit der Würde des Menschen, den ethischen Grundwerten und der Verantwortung des Künstlers gegenüber der Gesellschaft.

Die Verantwortung der Kulturschaffenden

In den grausamen und völkerrechtswidrigen Kriegen mit  unzähligen Opfern in der Zivilbevölkerung, darunter immer mehr Kinder, werden ganze Regionen zerstört und unbewohnbar gemacht. Bomben, Uranmunition und Minen zerstören einzigartige Kulturschätze an Orten, welche die kulturelle Wiege der Menschheit darstellen. In dieser Zeit stehen gerade die Künstler und Kulturschaffenden in der Verantwortung, zum Frieden beizutragen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und andere Hilfsorganisationen müssen immer mehr zivilen Opfern von bewaffneten Konflikten helfen. Daneben  wird weltweit für militärische Rüstung und Krieg immer mehr Geld ausgegeben, es herrscht eine rücksichtslose Gewinnmaximierung, aber es fehlt in grossen Teilen der Welt an der lebensnotwendigen Grundversorgung. Die Probleme der Welt können nur gemeinsam, gewaltlos und durch gegenseitige Hilfe gelöst werden. 

In diesem Sinn soll Kultur einen Beitrag zum sozialen Zusammenleben der Menschen und zu mehr Frieden auf unserem Globus leisten: „Die weite Verbreitung von Kultur und die Erziehung zur Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden sind für die Würde des Menschen unerlässlich und für alle Völker eine höchste Verpflichtung, die im Geiste gegenseitiger Hilfsbereitschaft und Anteilnahme erfüllt werden muss. Eine ausschliesslich auf politischen und wirtschaftlichen Abmachungen von Regierungen beruhender Friede kann die einmütige, dauernde und aufrichtige Zustimmung der Völker der Welt nicht finden. Friede muss – wenn er nicht scheitern soll – in der geistigen und moralischen Solidarität der Menschheit verankert werden.“ (Unesco-Verfassung, London 1945)

Zu dieser uneigennützigen und menschlichen Aufgabe soll das hier entstehende Netzwerk „Kultur und Frieden“ beitragen.

Für Ihre Mitarbeit bedanke ich mich jetzt schon ganz herzlich.

Urs Knoblauch, Frühling 2007



Das Konzept unserer Homepage besteht darin, gute Beiträge zu Kultur und Frieden zu sammeln. Es geht dabei nicht um Aktualität, sondern um eine inhaltliche Ausrichtung. Deshalb bleiben die Texte zu vergangenen Ausstellungen, Veranstaltungen und Aktivitäten weiterhin greifbar.