Biographie/Ausbildung: Urs Knoblauch, geboren 4.8.1947, lebt und arbeitet als Zeichenlehrer an einem Gymnasium und als Bildender Künstler in Zürich und in Ateliers im Kanton Thurgau und Kanton Schwyz. Gestalterische und künstlerische Ausbildung an der Kunstgewerbeschule/Schule für Gestaltung in Zürich. Berufslehre als Dekorateur im Globus Zürich und Zusatzausbildung im Grafik- und Gestaltungsatelier Leber & Schmid, Zürich. 1970 Mitarbeit am Schweizer Pavillon in Osaka (Japan). 1971 Heirat mit Lene Räbild-Rasmussen (DK). Aufbau eines gemeinsamen Gestaltungsateliers, internationale Austellungsprojekte, mehrjährige Berufspraxis in verschiedenen gestalterischen Tätigkeiten (Briefmarken für PTT) und regelmässige persönliche Weiterbildung und Studienreisen in Europa. 1974 Kunststipendium der Stadt Zürich. 1979 Zeichenlehrer-Ausbildung in Zürich mit Diplom für das höhere Lehramt. Tätigkeit als Hauptlehrer für Zeichen/Bildnerische Gestaltung mit zahlreichen Schüler- und Ausstellungsprojekten. Seit den 90er Jahren auch kulturpublizistisch und in der Lehrerweiterbildung tätig (Pestalozzianum Zürich). Seit 1997 zahlreiche Vortragsreihen im Rahmen der Volkshochschule an der Universität Zürich zur Forschung und Aufarbeitung der Thematik „Fotografie und Malerei im Dialog“. Mitglied in der Maturitätskommission des Kanton Schwyz.
Zur Konzeptkunst GENAUER ERFASSEN: Seit den 70er Jahren entstehen Foto- und Textarbeiten zum Kunstkonzept GENAUER ERFASSEN und erste Werke mit Raum- und Themenbezogenen Fotoinstallationen und fotografische Bildreihen. Foto- und Bildthemen zu ethischen, sozialen und kulturhistorischen Grundlagen. Bilder zum Frieden, zur UNO-Menschenrechtskonvention, zum IKRK und zur Unesco. Landschaftsmalerei im Dialog mit Fotografie und Literatur. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.
Ausstellungen 1969 "Zürcher Künstler" im Helmhaus Zürich (Katalogbeitrag) 1969 Galerie Annemarie Verna, Zürich,
Fotografie und Zeichnungen (Beginn des Kunstkonzepts „Genauer erfassen“,
kontinuierliche Weiterentwicklung bis heute) 1970 "Zürcher Künstler" in Berlin 1971 "Zürcher Künstler" in Zürich 1972 Galerie Annemarie Verna, Zürich. Raumbezogene Fotoinstallation 1972 "Art 72", Basel, Galerie Annemarie Verna 1973 Galerie Annemarie Verna, Zürich (Einzelausstellung) 1973 "Art 73", Basel, Galerie Annemarie Verna 1973 Galerie Diagramma, Mailand. Raumbezogene Fotoinstallation, (Einzelausstellung) 1973 "Zürcher Künstler" in Zürich 1974 Städtische Kunstkammer zum Strauhof, Zürich. Raumbezogene Fotoinstallation und Zeichnungen (Einzelausstellung) 1974 "Art 74", Basel 1974 Reithalle Zürich, Mobiles Museum "Lawinenausstellung". Raumbezogene Fotoinstallation 1974 Kunstmuseum Luzern, Stipendien-Ausstellung, "Zeitgeist 74" 1974 "Zürcher Künstler", Zürich. Fotografien, Fotoreihen. Kunststipendium der Stadt Zürich 1975 Städtische Kunstkammer zum Strauhof, Zürich, "Fotografien" 1975 Schweizer Zeichnung und Grafik der Gegenwart, Spreitenbach/Zürich 1976 Galerie Annemarie Verna, Zürich 1976 Kunsthaus Zürich, "Kunstszene Zürich" (Ausstellungsprojekt als Katalog) 1977 Kunsthaus Zürich, "Malerei und Fotografie im Dialog - von 1840 bis heute" (Katalogbeitrag) 1977 "Kunstszene Zürich", Züspahallen Zürich 1978 "Schweizer Kunst der Gegenwart", Sammlung der Gotthard-Bank, Helmhaus Zürich (Katalogbeitrag) 1978 "Internationaler Realismus heute" (Anlässlich der Courbet-Ausstellung), Kunstverein Hamburg 1979 "Art contemporain Suisse", Collection de la Banque du Gotthard, Musée cantonal des beaux-arts de Lausanne 1979 Städtische Kunstkammer zum Strauhof, Zürich, "Fotografien" 1980 "Jeune photographie zurichoise", Musée des Arts décoratifs, Lausanne 1981 "Junge Schweizer Photographen", Kunsthaus Zürich (und anschliessend internationale Wanderausstellung der "Kulturstiftung Pro Helvetia", Katalogbeitrag) 1982 "Junge Schweizer Photographie", Musée d'art et d'histoire, Genève 1982 Städtische Kunstkammer zum Strauhof, Zürich "Fotografien" 1987 "Rückblende mit Glanzlichtern", Städtische Kunstkammer zum Strauhof, Zürich 1989 "Unikat und Edition - Künstlerbücher in der Schweiz", Helmhaus Zürich 1990 "Unikat und Edition - Künstlerbücher in der Schweiz, Kunstmuseum des Kantons Thurgau 1991 Kunstausstellung zur "700-Jahr-Feier der Schweiz" auf Rigi-Kulm 1993 Union, Forum für Architektur und Kunst, Goldach, Foto-Textarbeit 1993 Gruppenausstellung, Festpiel- und Kongresshaus Bregenz 1994 Schweizer Künstler in Den Haag, Regentenkamer, Den Haag 1994 Weihnachtsausstellung, "U-Passage", Zürich, Foto-Textarbeit 1995 Kantonale Kunstausstellung, "Kunstszene Schwyz". Installation, Bilderfries: „Malerei, Fotografie und Literatur im Dialog: Meinrad Inglin – Die Welt in Ingoldau“ 1995 Galeria Gottardo, La Collezione di fotografia svizzera (Katalogbeitrag) 1995 Weihnachtsausstellung, U-Passage im Schoellerareal Zürich, Foto-Textarbeit zu Edvard Munch 1995/96 "Zürcher Inventar", Kunstszene Zürich, digitale Computer-Kunst-Dokumentation. 1996 Hommage an J. H. Pestalozzi, „Blickrichtung Stans“, Foto-Text-Installation im Rigi-Kulm-Hotel 1996 „Im Kunstlicht - Photographien im 20. Jahrhundert, aus den Sammlungen im Kunsthaus Zürich“ 1997 „Hommage an Gottfried Keller“ in der Galerie im Gottfried-Keller-Zentrum in Glattfelden. Texte und Fotoinstallation, Malerei, Farbholzschnitte und Zeichnungen. 1998/99 „Hommage an Giovanni Segantini (1858-1899), Bergbilder und Fotoinstallation im Hotel Pianta, Savognin (wo Segantini einige Jahre lebte) 2000 Einzelausstellung in der Galerie im Gottfried Keller-Zentrum Glattfelden: „Bilder zu Goethes Reisen: Landschaftsmalerei, Fotografie und Literatur im Dialog“, Installation mit Bildern und 12 Vitrinenobjekte (Foto-Text-Malerei) 2002 Installation im Ital-Reding-Haus in Schwyz. 24 Vitrinenobjekte: Fotografie, Malerei und Literatur zu Meinrad Inglins „Schweizer Spiegel“ anlässlich der Ausstellung „Begegnungen“. 2002/2003 Forum der Schweizer Geschichte in Schwyz, 12-teilige Foto-Textarbeit zur UNO-Menschenrechts-Erklärung: „Ein Beitrag für den Frieden in der Welt“ 2004 Feldkirch, 3-teilige Foto-Textarbeit zum UNESCO-Kulturbegriff 2005 „Kunst Schwyz“, Rothenthurm, Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ – Wegbereiter für Menschenrechte und Frieden. Fotografie, Malerei, Zeichnung, Objekte und Literatur im Dialog (Installation). 2006 Urs und Lene Knoblauch „Der See verbindet uns“- Kunstausstellung im Schulhaus Salenstein/TG. Aquarelle, Acrylmalerei, Zeichnung, Farbholzschnitt, Fotografie, Text und Skulpturen (Friedenslichter). 2007 Atelierausstellung anlässlich 60. Geburtstag im Atelierhaus Fruthwilen/TG 2007 „Kunst Schwyz“, Rothenthurm, „Die Ethik von der Ehrfurcht vor Leben“ (Albert Schweitzer) Fotografie, Skulpturen, Bilder und Texte (Installation). 2008 Seedamm Kulturzentrum,
Pfäffikon/SZ: „Kunstszene Schwyz“ (Kantonale jurierte Gruppenausstellung,
Katalog-Beitrag) GENAUER ERFASSEN: „Mehr Frieden in der Welt – 60 Jahre
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“. Installation vor dem Museum,
Kunststoffblache, Textprint 100x300cm und Flugblatt in Holzbox. 2009 Einzelausstellung in der
Galerie im Gottfried Keller-Zentrum in Glattfelden/Zürich. GENAUER ERFASSEN: „Die
Blumen des Friedens weitergeben“
(Malerei, Fotografie, Objekte, Texte (Textbild-Installation vor Museum) und
Installation „Haus der Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und des Friedens I“
Anlässlich
der Ausstellung Entstehung eines Atelierfilms zum Kunstkonzept GENAUER ERFASSEN
von Urs Knoblauch in Zusammenarbeit mit Axel Grunow. 2009 Einzelausstellung in der
Kirche Balgrist in Zürich (Offene Kirche für Kultur und Begegnung) GENAUER ERFASSEN: „Ein Haus des Friedens –
eine Welt ohne Hunger und Krieg. Eine Kunstausstellung zeigt mögliche Wege.“
Kleine Retrospektive der letzen Ausstellungen und Arbeiten. Malerei,
Fotografie, Text, Objekte, Textbild-Installation auf Kirchenfenster und grosse Installation „Ein Haus des Friedens –eine Welt ohne Hunger
und Krieg II“. Rahmenprogramm „Kleine Volkshochschule zum Haus des Friedens“ als
Teil der Kunstinstallation mit Abendveranstaltungen mit Film, Vorträgen
und Gästen aus der
Entwicklungszusammenarbeit (UNO-Weltagarabericht , Jugend-Rot-Kreuz Zürich,
Caritas, DEZA und Helvetas)
2010 Einzelausstellung im Universitätsspital
Zürich „Blumen und Gärten des Friedens“ kombiniert
mit Schülerarbeiten aus dem Zeichenunterricht (Urs Knoblauch) des Literagymnasiums Rämibühl zum Thema der Ausstellung. 2010 Entstehung der
Kunstbuchedition (30 Exemplare), 6-teiligen Leporellos „Die Blumen des Friedens
weitergeben“ (mehrfarbige Serigrafie mit Text, in der Reihe „Divan“ (Mit Bezug
zum „Westöstlichen Divan Goethes“ und Weg des Friedens ohne Krieg) in
Zusammenarbeit mit Josef Weiss, Verlag und Herausgeber, Kunstbuchdruck- und Handbuchbinderei-Studio
Mendrisio/TI. 2011 Entstehung des Buches „Nahrung, Bildung und
Gesundheit für alle“ Wege zu mehr Menschlichkeit, Verantwortung, Allgemeinwohl,
sozialer Gerechtigkeit und Frieden – Eine Einführung in Schweizer Demokratie,
Staatsbürgerkunde, Volkswirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit, IKRK,UNO und
UNESCO“. Die Publikation wurde als Projekt im Rahmen der „UNESCO-assoziierten
Schulen“ vom Literaragymnasium Rämibühl in Zürich herausgegeben. Sie dokumentiert einen Teil des pädagogischen
Wirkens und enthält zahlreiche Bezüge zu Themen der künstlerischen Arbeit von
Urs Knoblauch. Konzept, Idee und Text: Urs Knoblauch, Bilder aus dem
Zeichenunterricht/Bildnerisches Gestalten der Schülerschaft des
Literagymnasiums Rämibühl in Zürich.
Publikationen Beiträge in verschiedenen Kunstkatalogen, Büchern, Tageszeitungen, Zeitschriften. Malerei und Fotografie im Dialog, Kunsthaus Zürich (1977, Benteli), Photographie in der Schweiz - von 1840 bis heute (Benteli,1992), Kataloge der Kunstsammlung der Gotthard Bank. Künstlerverzeichnis der Schweiz und im Neuen Biografischen Lexikon der Schweizer Kunst (1998).
Werke in Sammlungen Werke in privaten und öffentlichen Sammlungen, u.a. Schweizerische Stiftung für die Fotografie, Kunsthaus Zürich Grafische Sammlung, Sammlung der Gotthard-Bank, Gottfried-Keller-Zentrum in Glattfelden, Kantonsschule Literargymnasium Rämibühl Zürich, Kunstsammlung des Kanton Schwyz.
Einen weiteren Überblick über das künstlerische Werk von Urs Knoblauch gibt Ihnen die Fotostiftung Schweiz.
Zur Ausstellung von Urs Knoblauch anlässlich der „Kunst Schwyz 2007“ Perform-Halle 1, 6418 Rothenthurm vom 11. bis 25. November 2007
Seit 35 Jahren arbeite ich als Konzeptkünstler im Rahmen meines Kunstkonzepts GENAUER ERFASSEN – „Fotografie, Malerei und Text im Dialog“ auf Rigi Klösterli, in Zürich und im Thurgau und bin als Zeichenlehrer an einem Gymnasium in Zürich tätig. Als „Rigianer“, Gründungsmitglied unserer Künstlervereinigung und als Mitglied der Maturitätskommission des Kantons Schwyz bin ich mit der Innerschweiz verbunden. Während 10 Jahren war ich an der Universität Zürich für die Volkshochschule mit gut besuchten Vortragsreihen zum „Dialog von Fotografie und Malerei“ tätig. Meine Arbeiten und Ausstellungen waren stets thematische und ortsbezogene Foto- und Textinstallationen, erstmals 1969 in der Galerie Annemarie Verna in Zürich. In zahlreichen Werken stehen Texte von Schriftstellern wie Gottfried Keller (Der grüne Heinrich), Meinrad Inglin (Die Welt in Ingoldau und Schweizerspiegel), Heinrich Pestalozzi und J. W. Goethe im Dialog mit Landschaftsbildern und Fotografien der Berglandschaft der Innerschweiz im Zentrum. Daneben bilden Themen zur Kultur, Pädagogik, Ethik, zum Frieden, zum Menschen- und Völkerrecht, zum IKRK, zur humanitären Schweiz und UNESCO inhaltliche Schwerpunkte.
Gerade die Innerschweiz hat neben der grossartigen Natur, ihrer Geschichte und ihren Traditionen einen reichen Schatz an Kultur: Gelebte direkte Demokratie, Genossenschaften, gesunde Familienbetriebe, Selbstversorgung in kleinen noch gut funktionierenden Gemeinden und sozialen Einheiten (noch weitgehend unabhängig von WTO, IWF und GATS). Neben sinnvollen Erneuerungen sind gerade diese kooperativen und selbstbestimmten Formen des gesellschaftlichen Lebens als Kulturgut zu stärken und zu erhalten. Unsere Künstlervereinigung und „Kunst Schwyz“ sind ein Beispiel dieses am praktischen Leben, an der Vernunft und an der Demokratie orientierten Zusammenschlusses. Diese bewährten Formen des gleichwertigen Zusammenlebens und Zusammenarbeitens werden gerade auch in Ländern der Dritten Welt zum Vorbild und zum zukunftsträchtigen Modell (DEZA). In Anbetracht der alarmierenden Weltlage mit völkerrechtswidrigen Kriegen, täglichen Bombardierungen und unzähligen Toten in der Zivilbevölkerung, Mord und Terror, Hunger und Elend stehen auch Kulturschaffende in der Verpflichtung. Für einen grossen Teil der Menschheit bestehen unwürdige, ungerechte soziale und wirtschaftliche Verhältnisse. Die zerstörerischen Kriege müssen dringend gestoppt werden, Wiedergutmachung und Aufbauhilfe muss geleistet werden. Alle Kräfte, Investitionen und alle Kreativität sollen im Sinne von vorbildlichen Persönlichkeiten wie Henri Dunant, Albert Schweitzer oder Künstlern wie Pablo Picassos oder Joseph Beuys und vielen Gegenwartskünstlern von der Kriegswirtschaft in eine nachhaltige Friedenswirtschaft fliessen.
Die rücksichtslose Gewinnmaximierung, Zentralisierung, Globalisierung, Macht-Geopolitik und Börsenspekulation müssen durch eine weltweite soziale Zusammenarbeit und eine dem Allgemeinwohl dienende Politik, Bildung, Kultur und Wirtschaft abgelöst werden. Es ist erfreulich, dass sich immer mehr Künstler und Kulturschaffende (z.B. documenta, Biennale) an die Seit der Armen und in den Dienst des Friedens stellen. Meine hier gezeigten Arbeiten zum Wirken und zur Friedensethik Albert Schweitzers, der „Ehrfurcht vor dem Leben“ sind dazu ein Beitrag. Der grosse Urwalddoktor und Humanist erkannte schon früh: „Das Problem der Menschenrechte ist das grosse Problem unserer Zeit“ und er betonte immer wieder die Verantwortung der einzelnen Menschen: „Nur in dem Masse, als durch den Geist eine Gesinnung des Friedens in den Völkern aufkommt, können die für die Erhaltung des Friedens geschaffenen Institutionen leisten, was von ihnen verlangt und erhofft wird.“ „Der grosse Helfer in unserem Bemühen zur Rückkehr zu Menschlichkeit, ist die Ethik von der Ehrfurcht vor dem Leben.“ Diese Botschaft ist in vielen Religionen und Lebensauffassungen enthalten und kommt auch im 1. Artikel der Menschenrechtskonvention zum Ausdruck: „Alle Menschen sind frei und gleich an Rechten und Würde geboren, sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“
Die Kunstszene Schwyz ist traditionsgemäss eine vom Kanton initiierte Ausstellung mit Gegenwartskunst. Sie zeigt eine Momentaufnahme von zeitgenössischem Kunstschaffen mit Bezug zum Kanton Schwyz. Auf die öffentliche Ausschreibung hin haben sich über 100 Kunstschaffende beworben. Eine ausserkantonale Fachjury unter dem Vorsitz von Peter Fischer, Direktor des Kunstmuseums Luzern, wählte 22 Kunstschaffende aus. Das Menschenrechts-Transparent mit einem dazugehörigen Flugblatt "Mehr Frieden in der Welt" mit allen 30 Artikel sollte an das 60-jährige Jubiläum 2008 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte erinnern. Die Ausstellung, die bis zum 31. August 2008 im Seedamm Kulturzentrum in Pfäffikon /SZ zu sehen ist, bietet ein breites Spektrum an Kunstgattungen. Kurator der Ausstellung war der Galerist Joe Felchlin (Schwyz und Zürich), die Katalogbeiträge wurden von der Kunsthistorikerin Anna-Brigitte Schlittler verfasst, das Begleitprogramm und die Führungen werden von Sonia Gerster betreut.
GENAUER ERFASSEN – Allgemeine Erklärung
der Menschenrechte, 1948 2007 Transparent, Kunststoff-Blache mit
Textprint, einseitig, mit Ösen für Installation Innen- oder Aussenraum100 x 300
cm
Seit über dreissig Jahren verfolgt Urs Knoblauch konsequent sein
künstlerisches Konzept. Genauer, nicht genau erfassen – Bescheidenheit und
hoher Anspruch kommen darin gleichermassen zum Ausdruck. Konzeptkunst, durch
intellektuelle Strenge und Konsequenz definiert, lässt grosse Freiheit in der
Wahl von Themen und Medien, die Urs Knoblauch vielfältig genutzt hat. Doch alle
seine Arbeiten zeugen von einem nicht nachlassenden Interesse an unserer Welt
– so an der Innerschweiz, die er in zahlreichen luftigen, farbig vibrierenden
Landschaftsbildern festgehalten hat.
Gegen alle Zeitströmungen hat Urs Knoblauch stets an der
aufklärenden Funktion der Kunst und an inhaltlichen Auseinandersetzungen mit
akuten gesellschaftlichen Problemen festgehalten. Ganz einer sehr engagierten –
und gar nicht emotionslosen – Vernunft verpflichtet, hat er sich schliesslich
in seiner künstlerischen wie in seiner pädagogischen Arbeit den Menschenrechten
zugewandt. 1948 nicht zuletzt unter dem Eindruck der Verwüstungen des 2. Weltkrieges
von der UNO-Vollversammlung als ‹Allgemeine Erklärung der Menschenrechte›
formuliert, sind und bleiben diese universal gültig – für den Künstler so etwas
wie ein ethisches Naturgesetz.
Vollständig auf das Bild
verzichtend, präsentiert Urs Knoblauch nun den ersten Artikel der Erklärung auf
einer schlichten weissen Kunststoff-Blache. Reduziert und konzentriert auf die
sprachliche Botschaft, treten Künstlerpersönlichkeit und individuelle ‹Handschrift›
ganz hinter den Inhalt zurück. Der Künstler übergibt uns damit gewissermassen
ein Werkzeug zum Nachdenken und Handeln.